Grünes Licht für S4
von Altona nach Bad Oldesloe

Foto: DB AG - Achim Stauß

Rahmenvereinbarung für die S4 – kein Tag wie jeder andere

Der 29. November 2019 erhält einen festen Platz in der Chronik der S4 (Ost). Dieser Tag markiert einen Wendepunkt. Mit der Rahmenvereinbarung für die Finanzierung sind die Karten gelegt, ist die Verteilung der Kosten auf Bund, Länder und DB geregelt. Dies manifestierten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die Ministerpräsidenten Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Peter Tschentscher (Hamburg) sowie der Vorsitzende der Deutsche Bahn AG, Dr. Richard Lutz, mit ihren Unterschriften.

Als die vier Herren gegen 15.25 Uhr zu den Füllfederhaltern griffen, war dies für S4-Projektleiterin Bettina Gnielinski ein Gänsehautmoment. Sie war wie auch Frank Limprecht, Leiter Großprojekte des Regionalbereichs Nord, in die Hauptstadt gereist, um in den Räumlichkeiten des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) diesem feierlichen Akt beizuwohnen. Dort waren auch Kiels Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann vertreten. Die Unterzeichnung der Vereinbarung markiert den Abschluss monatelanger Gespräche unter den vier Vertragspartnern. Dass es noch in diesem Jahr geklappt hat, ist für alle Beteiligten ein runder Jahresabschluss.

Am Freitagmorgen stieg Bettina Gnielinski in den ICE nach Berlin, statt wie geplant Bewerbungsgespräche beim Recruiting-Day in der Hammerbrookstraße zu führen. Mit ihren Gedanken war sie dennoch bei den Kolleginnen und Kollegen in Hamburg, für die die Nachricht aus Berlin einen Meilenstein für den Projekterfolg darstellt. Hinter dem Team liegen zwölf ereignisreiche Monate. Die S4 wurde vor einem Jahr im Bundesverkehrswegeplan 2030 in den „Vordringlichen Bedarf“ hochgestuft – das Projekt nahm merklich Tempo auf. Durch die Unterschriften vom Freitag wird das Ziel konkreter: Schon Ende des kommenden Jahres könnte im Optimalfall der Bau im Planfeststellungsabschnitt 1 starten. Hierfür braucht es eine kompetente Projekt-Mannschaft, die weiter anwachsen muss. Insofern war der 29. November 2019 in zweifacher Sichtweise ein Weichensteller für die Zukunft.

Kein Tag wie jeder andere.

Grünes Licht für S4
von Altona nach Bad Oldesloe

Bund und Länder schließen Finanzierungsabkommen

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bahn-Chef Dr. Richard Lutz haben heute in Berlin das Finanzierungsabkommen zum Bau der S-Bahn-Linie S4 (Ost) unterzeichnet. Die zukünftige S4 (Ost) verbindet Hamburg-Altona mit Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Im gesamten Einzugsgebiet erhalten rund 250.000 Menschen durch die neue Linie einen Anschluss an das Hamburger S- und U-Bahn-Netz. Weil die S-Bahn auf eigenen Gleisen fahren wird, gewinnt der Güter- und Fernverkehr zwischen beiden Bundesländern deutlich an Kapazität. Sowohl für den Personen-, als auch den Güterverkehr zwischen Hamburg und Lübeck bedeutet dies mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sowie das Potential, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Die Gesamtkosten für die S4 (Ost) belaufen sich auf ca. 1,847 Milliarden Euro. Das heute geschlossene Finanzierungsabkommen sieht vor, dass der Bund mit 1,557 Milliarden Euro ca. 84 Prozent der Kosten trägt. Der Anteil der Länder von rund 290 Millionen Euro entfällt zu 70 Prozent auf Hamburg und zu 30 Prozent auf Schleswig–Holstein. Die Deutsche Bahn wird 20 Millionen Euro in das Projekt einbringen. Aufgrund der Bedeutung der Strecke Hamburg–Lübeck für die gesamteuropäische Verkehrsinfrastruktur streben die Länder zudem eine Ko-Finanzierung aus Fördermitteln der Europäischen Union (EU) an.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagte bei der Unterzeichnung: „Die zukünftige S4 zwischen Altona und Bad Oldesloe schafft eine schnelle und komfortable Schienenverbindung für bis zu 250.000 Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein. Dies entlastet den Straßenverkehr und verbessert die Mobilität für alle.“ Bis 2035 sollen in Hamburg insgesamt über 50 Kilometer neue S- und U-Bahn-Strecken entstehen, dazu zählen insbesondere die S4 sowie die geplante U-Bahn-Linie 5.

„Die Verbesserung unserer Mobilität ist das zentrale Thema der Hamburger Politik in der nächsten Dekade“, sagte Bürgermeister Tschentscher. „Die S4 ist ein Großprojekt, das den Pendlerverkehr zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich verbessern und den Hamburger Hauptbahnhof entlasten wird. Gemeinsam mit dem Bund und der Deutschen Bahn haben wir eine gute Lösung für die Finanzierung dieses wichtigen norddeutschen Mobilitätsprojekts gefunden.“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zeigte sich erfreut, „dass auf einer der wichtigsten Bahnverbindung in Schleswig-Holstein jetzt endlich eine spürbare Verbesserung durch ein neues S-Bahn-System kommen wird.“ Günther verwies darauf, dass das Land Schleswig-Holstein durch langwierige Verhandlungen und durch zukünftige Gesetzesänderungen ein sehr gutes Ergebnis habe erzielen können. Von den Gesamtkosten von 1,847 Milliarden Euro müsse das Land lediglich 5,1 Prozent übernehmen.

„Damit bekommen wir ein neues Verkehrssystem, von dem sehr viele Menschen auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck profitieren werden“, sagte Günther. So seien Jungfernstieg und Landungsbrücken in Hamburg von Bad Oldesloe aus über Bargteheide und Ahrensburg umsteigefrei zu erreichen.

Finanzieren will Schleswig-Holstein seinen Anteil über das IMPULS-Programm, das über einen Investitionsumfang von insgesamt rund 3,1 Milliarden Euro verfügt. Das seit 2015 existierende und seither mehrfach erweiterte Programm zielt auf die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur in Schleswig-Holstein.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Mega-Investition im Norden. Unsere Zusage: Rund 1,5 Milliarden Euro für die neue S-Bahn-Linie 4. Der öffentliche Nahverkehr in und um Hamburg wird direkter, einfacher, pünktlicher. Wir entlasten den Hauptbahnhof und wir schaffen mehr Platz für den Fern- und Güterverkehr. Mit den Bundesmitteln können Hamburg und Schleswig-Holstein das Projekt nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn starten. Ein Riesen-Gewinn für Pendler und Reisende.“

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG: „Mit der S4 schaffen wir eine starke Schiene zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Täglich 250.000 Menschen werden von der schnellen und umweltfreundlichen Verbindung profitieren. Gleichzeitig entlasten wir den Hamburger Hauptbahnhof deutlich und sorgen so für mehr Zuverlässigkeit im Zugverkehr für alle Reisenden. Mit der heute getroffenen Finanzierungsvereinbarung ist der erste Meilenstein erreicht. Jetzt wollen wir bauen und krempeln schon mal die Ärmel hoch!“

Pro Werktag werden voraussichtlich 100.000 Fahrgäste mit der S4 (Ost) unterwegs sein. Nach dem Abschluss des ersten Planfeststellungsverfahrens könnten die Bauarbeiten bereits 2020 beginnen. Eine Teilinbetriebnahme der Strecke von Hasselbrook bis Rahlstedt ist für 2025 vorgesehen. Die Gesamtinbetriebnahme könnte frühestens 2027 / 2028 erfolgen. Die Bauzeit ist insbesondere auch davon abhängig, welche Einschränkungen des laufenden Eisenbahnverkehrs möglich sind.

Portrait Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

„Mega-Investition im Norden. Unsere Zusage: Rund 1,5 Milliarden Euro für die neue S-Bahn-Linie 4. Der öffentliche Nahverkehr in und um Hamburg wird direkter, einfacher, pünktlicher.“

 

Andreas Scheuer,
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Portrait Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG

„Täglich 250.000 Menschen werden von der schnellen und umweltfreundlichen Verbindung profitieren. Mit der heute getroffenen Finanzierungsvereinbarung ist der erste Meilenstein erreicht. Jetzt wollen wir bauen und krempeln schon mal die Ärmel hoch!“

 

Dr. Richard Lutz,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG

Portrait Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

„Die S4 ist ein Großprojekt, das den Pendlerverkehr zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich verbessern und den Hamburger Hauptbahnhof entlasten wird. Gemeinsam mit dem Bund und der Deutschen Bahn haben wir eine gute Lösung für die Finanzierung dieses wichtigen norddeutschen Mobilitätsprojekts gefunden.“

Dr. Peter Tschentscher,
Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Portrait Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holstein

„Damit bekommen wir ein neues Verkehrssystem, von dem sehr viele Menschen auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck profitieren werden.“

 

Daniel Günther,
Ministerpräsident Schleswig-Holstein

Reaktionen zur Rahmenvereinbarung

BMVI: „#HeuteFahrIchÖffis

Nächster Halt: "Am Pulverhof". So klingt bald die neue #S4 von #Altona nach #BadOldesloe. "Mit 11 neuen & ausgebauten Stationen, guter Zugtaktung & unabhängigen Gleisen fahren 100.000 Menschen pro Tag in und um #Hamburg einfacher & pünktlicher."

Ole-Thoben Buschhüter, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter für Hamburg-Rahlstedt: „Ein großer Tag für die geplante S-Bahn-Linie #S4 nach #Rahlstedt: Hamburg, Schleswig-Holstein, Bund und Deutsche Bahn unterschreiben Finanzierungsvereinbarung. Nächstes Jahr soll der Bau beginnen, 2025 der erste Zug fahren.“

Hamburger Senat „Grünes Licht für #S4: Bund und Länder schließen Finanzierungsabkommen. BGM: "Die S4 schafft eine komfortable Verbindung zwischen Altona und Bad Oldesloh für bis zu 250.000 Bürger. Das wird den Pendlerverkehr zwischen HH und SH enorm verbessern."

Deutsche Bahn AG: „Grünes Licht für die #S4 von HH-Altona nach Bad Oldesloe in SH! Eine gute Nachricht für eine #starkeSchiene. "Jetzt wollen wir bauen und krempeln schon mal die Ärmel hoch!", so DB-Chef Richard Lutz.

NahverkehrHamburg: „Good News für Pendler: Nach jahrelangen Verhandlungen steht die Finanzierung für die geplante S-Bahn zw. #Hamburg und Bad #Oldesloe. Bund zahlt 85%. Heute wurde Vertrag unterschrieben.“

Andreas Dressel Senator für Finanzen & Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg: „Klasse Aydan Özoğuz, dass Du stellvertretend für uns alle vor Ort bist. Wandsbek & Rahlstedt freuen sich!

Aydan Özoğuz, Mitglied des Bundestages, Staatsministerin a.D., Mitglied des SPD-Präsidiums und Parteivorstandes: „Stehe im Bundesverkehrsministerium und warte auf den 1. Bürgermeister und die Ministerpräsidenten zur Unterzeichnung der Verträge für die S4. Ein langer Weg! Jetzt stehen die Bundesmittel. #wandsbek #S4“

Lukas Kilian, Schleswig-Holsteiniger Landtag, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion: „Gute Perspektive für die Pendler“
http://www.landtag.ltsh.de/

Frank Limprecht, Leiter Großprojekte DB Netz AG Regionalbereich Nord

"Die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung ist für uns alle ein bedeutendes Ereignis. Ich freue mich, dass dieser wichtige Meilenstein für eine starke Schiene in Deutschland so partnerschaftlich auf den Weg gebracht wurde.

Mit gestärktem Rücken blicken wir in die Zukunft, um Hamburg und Schleswig-Holstein noch näher zusammenwachsen zu lassen."