Handzeichnung: Fahrgäste am Hamburger Hauptbahnhof

Sicherer Bahnbetrieb

Robert Winkel, technische Ausrüstung

Damit ein Zug bzw. eine S-Bahn fahren kann, braucht es mehr als nur eine Schiene. Zur Infrastruktur der Deutschen Bahn gehört auch die technische Ausrüstung. Diese ist erforderlich, um einen sicheren und reibungslosen Betrieb des Bahnverkehrs zu gewährleisten.

Aber was versteckt sich hinter der technischen Ausrüstung?
Die technische Ausrüstung teilt sich in vier Fachgewerke auf - die „Leit- und Sicherungstechnik“ (LST), die Telekommunikation (TK), die Fahrstromanlagen und die 50 Hz Anlagen.

Lichtsignale an einem Signalausleger (Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben)

Die Leit- und Sicherungstechnik beinhaltet unter anderem die Signalisierung der Strecke und ist daher für einen sicheren Bahnbetrieb unverzichtbar. So sind die Signale mit Gleismagneten verbunden. Sollte aus irgendwelchen Gründen ein Zug ein rot zeigendes Signal passieren wollen, so wird dieser mit dem im Gleis befindlichen Gleismagneten automatisch zum Stillstand gebracht.

Die Sicherheit spielt auch für das Fachgewerk Telekommunikation eine große Rolle. Diese ermöglicht die Kommunikation zwischen dem Triebfahrzeugführer und den Fahrdienstleitern. Des Weiteren wird über dieses Fachgewerk auch die automatische Abfertigung des Zuges an den Bahnsteigen realisiert.

Umformerwerk der DB Energie AG
(Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben)

Damit sich die S-Bahn fortbewegen kann, muss eine durchgängige Streckenelektrifizierung gegeben sein. Dieses deckt das Fachgewerk Fahrstrom ab. Es wird hierbei zwischen der Stromschiene und der Oberleitungsanlage unterschieden. Die Hamburger S-Bahn wird mithilfe einer Stromschiene elektrifiziert. Die S4 (Ost) stellt hier eine Ausnahme dar. Von Altona bis kurz hinter der Station Bovestraße wird die neue S4 über eine Stromschiene mit Strom versorgt. Nach der Station Bovestraße folgt eine Systemwechselstelle, mit der die S-Bahn von der Nutzung der Stromschiene auf die Nutzung der Oberleitungsanlage wechselt.

Die 50 Hz Anlagen finden sich auf der Strecke vor allem im Weichenbereich wieder und sind notwendig, um den Betrieb und die Funktionsfähigkeit der Weiche (u.a. im Winter) zu gewährleisten. Hier sind es die wichtigen Weichenheizungsanlagen, die sicherstellen, dass die Weichen im Winter nicht festfrieren. Somit können Störungen im Betrieb minimiert werden, um eine hohe Verfügbarkeit und Nutzung der Strecke zu garantieren.

Wussten Sie übrigens, dass im Zuge der Bauarbeiten zur S4 (Ost) über alle 3 Planfeststellungsabschnitte insgesamt:

  • 163 km Oberleitungsanlage
  • 900 Masten
  • 84 km Stromschiene
  • 956 km Kabel
  • 12 Weichenheizungsanlagen
  • 23 Signalausleger
  • 3 Modulgebäude
  • 1 Gleichrichterwerk
  • 21 Schalthäuser

gebaut werden?!

Diese Vielzahl an Kabel, Leitungen und Masten ist notwendig, damit die S4 problemlos von Altona bis nach Bad Oldesloe fahren kann.
Die umfangreichen Planungsschritte werden von einem zwei Mann starken Team des Bereiches „technische Ausrüstung“ koordiniert und mit Dritten (intern sowie extern) abgestimmt.

1 Ein Gewerk ist eine handwerkliche oder bautechnische Leistung im Bauwesen.

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