Handzeichnung: Fahrgäste am Hamburger Hauptbahnhof

„...Tagesgeschäft“...

Christiane Müller-Martinek, Projektingenieurin S4

„...Tagesgeschäft“...darf bei uns im Team auf die Frage, woran man gerade arbeitet, nicht geantwortet werden. In diesem Blog möchte ich aber gerade darüber berichten.

Ich bin "Ping" (Projektingenieurin) im Projektmanagement der Projektleitung beim Projekt S4 (Ost) Hamburg–Bad Oldesloe bei der DB Netz AG in Hamburg.

"Kümmerer" des Projektes: die "Ping" (Quelle: deandre14 - Fotolia.com)

Was macht eigentlich ein Ping?

Grundsätzlich kann man sagen, dass ich für alle projektbezogenen technischen Themen Ansprechpartnerin, bei Problemen eine Lösungsfinderin und in vielen Dingen auch über die Projektleitung Entscheidungsträgerin bin. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen sind wir die "Kümmerer" des Projektes. Wir halten alle Stricke zwischen Planern, Gutachtern, Behörden, Projektbeteiligten, Betroffenen und Interessierten zusammen und liefern im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit immer den aktuellsten Stand für eine transparente Kommunikation.

Ich bin überwiegend für den Bereich des Planfeststellungsabschnittes 1 (PFA 1) und weitere Einzelmaßnahmen tätig. Die Aufgaben im PFA 1 sind so umfangreich und vielfältig, dass ich den Bereich mit einer Kollegin (ebenfalls Ping) bearbeite.

Derzeit haben wir ja (wie Sie wissen) mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen. Die Unterlagen liegen in den Bezirksämtern HH-Wandsbek und HH-Mitte aus und das sogenannte Einwendungsmanagement startet.

Das Verfahren besteht aus dem Lesen der Einwendungen, Zuordnen der jeweiligen Argumente, Weitergabe / Verteilung der Aufgaben an die Expertenteams, Sammeln der Stellungnahmen und letztlich Beantwortung in den späteren Erörterungsverfahren. Parallel informieren wir interessierte und manchmal auch besorgte Anwohner über aktuelle Sachstände und beantworten offene Fragen.

Darüber hinaus unterstütze ich unsere Planer, organisiere deren Bestandsdaten und koordiniere Maßnahmen wie die Vermessung und Bohrkampagnen (Baugrunduntersuchungen). Um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein, nehme ich an Besprechungen teil um Aufgaben und offene Punkte zu klären und mit den Auftraggebern oder Anlagenverantwortlichen abzustimmen.

Wir organisieren nicht nur viel, sondern stellen auch technische Entscheidungsgrundlagen zusammen. Damit können dann Bund, Länder, Auftraggeber und beteiligte Konzernunternehmen Entscheidungen für den weiteren Verlauf des Projektes treffen. Vieles sieht von außen schon "fertig" aus - oft sind aber noch viele Abstimmungen erforderlich, um die optimale Umsetzung des Projektes zu erreichen. Dazu gehören auch manchmal Kompromisse.

Das eigentliche "To-Do" eines Ping in der momentanen Planungsphase findet im Büro am Rechner statt. Regelmäßig machen wir uns aber auch vor Ort ein Bild, sind bei Streckenbegehungen dabei oder nehmen an Terminen mit Anwohnern teil.

Und Ja! Man bekommt einen Arbeitstag schnell rum, ohne sich zu langweilen. Die Aufgaben sind komplex und vielfältig, so dass man eine Bandbreite an Know-how und Überblick mitbringen sollte, um ein Großprojekt in diesem Umfang begleiten und auch mitgestalten zu können.

Ich trage als Ping da bei, dass die S4 ein erfolgreiches Projekt wird, an dem viele Menschen ihre Freude haben werden!!!

So steckt jeder Tag immer wieder aufs Neue voller Überraschungen und Aufgaben, denen wir uns "meistens" mit viel Spaß und Motivation widmen. Wir möchten ein Projekt, dass wir für toll und zukunftsweisend für den Nahverkehr in Hamburg halten.

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Kommentar von Alexander Weil |

Ein interessanter Beitrag von Frau Müller-Martinek, vielen Dank dafür!
Ich frage mich inzwischen jedoch als Anwohner, ob in diesem Blog auch über die für uns wirklich relevanten Fragestellungen informiert wird. Es wird gut informiert über die S4-Entwicklung, nicht aber über die erhebliche Zunahme des Güterverkehrs.
Ist es richtig, dass trotz der geplanten Schallschutzmaßnahmen eine erhebliche Lärm-Beeinträchtigung nach Fertigstellung des Fehmarn-Belt-Tunnels zu erwarten ist? Warum lese ich hierzu nichts? Mit Sicherheit ist die Mehrheit der Anlieger - und nicht nur diese - für eine Verlegung des nach Süden führenden Güterverkehrs aus der Stadt raus.
Zum anderen meine ich, dass Sie in diesem Blog sehr deutlich auf die bis zum 19.7. laufende Frist für Bürgereinwendungen zu den Planungen in Wandsbek hinweisen sollten und an prominenter Stelle den Link zu den im Internet einsehbaren Unterlagen veröffentlichen sollten.

Antwort von Bettina Gnielinski, Projektleiterin S4

Lieber Herr Weil,

vielen Dank für Ihren Kommentar. 
Unser Blog dient in erster Linie dazu, die Vielfältigkeit und die Menschen des Projektes in lockerer Form zu zeigen. Natürlich werden wir dabei auch Sachthemen behandeln, aber für ganz konkrete Fragestellungen und wichtige Fakten haben wir parallel zum Blog die Maildadresse des Projektes s4@deutschebahn.com eingerichtet. Einige Fragen und Antworten finden Sie auch in den FAQ´s auf unserer Webseite. Darüber hinaus bieten wir in regelmäßigen Abständen auch Informationsveranstaltungen und Bürgersprechstunden an. Die Termine finden Sie immer aktuell auf dieser Webseite oder im regelmäßig erscheinenden Newsletter "nah dran".
Es ist uns nicht zuletzt durch den Dialog mit Anwohnern bewußt geworden, das wir die Randbedingungen unseres Nahverkehrsprojektes transparenter darstellen sollten. Dazu gehört an erster Stelle das Thema Güterverkehr. Im Herbst werden wir hier zu einer Podiumsdiskussion einladen und darin die Zusammenhänge und Auswirkungen der Verkehre auf der Strecke HamburgLübeck etwas genauer unter die Lupe nehmen. Die Planungen für die Veranstaltung laufen. Den Termin werden wir rechtzeitig und über mehrere Kanäle kommunizieren.

Ihrem Wunsch, die Einwendungsfrist zum Planfeststellungsabschnitt 1 noch prominenter zu platzieren, entsprechen wir aus unserer Sicht mit dem folgenden Beitrag unter "Aktuelles" https://www.s-bahn-4.de/de/news/jetzt-gehts-los-offizielle-bekanntmachung-der-anhoerungsbehoerde.html

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Ihnen einen aufmerksamen Leser gewonnen haben, und nehmen Ihre Anregungen gerne zur weiteren Verbesserung und Kommunikation auf. Dafür vielen Dank. Lassen Sie uns im Gespräch bleiben.

Kommentar von Alexander Weil |

Liebe Frau Gnielinski,
danke für Ihre Antwort. So interessant ich auch auch die Beschreibung der Tätigkeiten und der Menschen in Ihrem Projekt finde, dieser Blog (oder ein anderes von Ihnen moderiertes Forum) sollte sich auch den inhaltlichen Fragen und der Diskussion der Öffentlichkeit zum Thema widmen. Mails zu schreiben ist da keinesfalls ein Ersatz.
Die von Ihnen für den Herbst in Aussicht gestellte Diskussionsveranstaltung bei denen die "Auswirkungen der geplanten Güterverkehre zwischen Lübeck und Hamburg etwas genauer unter die Lupe genommen" werden sollen, kommt, so fürchte ich, zu spät. Die Planauslegung läuft aktuell, noch bis zum 25.7., und zwar in den Bezirksämtern Mitte und Wandsbek. Einspruch durch Betroffene ist bis zum 25.8. möglich. Und erst danach Ihre Podiumsdiskussion? Seltsam, seltsam!
Ich möchte auch Ihren Link ergänzen. Das relevante Material, auf dessen Basis ggf. Einwände zu erheben sind, ist hier zu finden: http://www.hamburg.de/bwvi/np-aktuelle-planfeststellungsverfahren/9023850/s4/
Ich hätte erwartet, dass Sie im Rahmen Ihrer Öffentlichkeitsarbeit deutlich auf die laufenden Fristen und die veröffentlichten Unterlagen hinweisen. Alles andere schürt nur Misstrauen.

P.S.: Die Funktion Ihres Blogs, sich über neue Kommentare informieren zu lassen, scheint nicht zu funktionieren.

Antwort von Projektteam S4

Guten Tag Herr Weil,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Wie bereits erwähnt, beabsichtigen wir mit dem Blog vor allem, den Lesern Einblicke in die tägliche Arbeit der Projektplaner zu geben. Auf unserer Projektwebseite finden Sie unter "Aktuelles" regelmäßig die neusten Informationen zum Projektfortschritt. Der Austausch und die Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern sind uns sehr wichtig, um das Projekt S4 (Ost) möglichst transparent darzustellen. Deshalb stellen wir uns auf unseren regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen und Bürgersprechstunden den inhaltlichen Fragen der Betroffenen und informieren persönlich und direkt über den aktuellen Stand der Planungen. Die Termine finden Sie wie schon erwähnt immer aktuell auf unserer Webseite sowie im Newsletter "S4 nah dran". Es würde uns freuen, Sie bei diesen Veranstaltungen begrüßen zu können.

Die von Ihnen angesprochene Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung, die am 6. Juni 2017 begonnen hat und bis zum 25. Juli 2017 dauert, wurde am 31. Mai 2017 auf der Startseite unserer Webseite angekündigt. In der dazugehörigen Meldung finden Sie neben den Auslegungsfristen explizit auch die Einwendungsfrist für betroffene Bürgerinnen und Bürger. Ihrem Wunsch nach der Bereitstellung der Planfeststellungsunterlagen kommen wir gerne nach. Ein entsprechender Link ist nun in der erwähnten Meldung hinterlegt.

Zudem möchten wir uns für die fehlerhafte Benachrichtigungsfunktion zu neuen Kommentaren entschuldigen. Dank Ihres Hinweises konnte diese Störung mittlerweile behoben werden. Vielen Dank für Ihren Hinweis.

 

Kommentar von Helge Alexy |

Guten Tag,

ich bin ebenfalls Anlieger im Bereich Wandsbek und danke Ihnen Frau Müller-Martinek und Ihrem Team herzlich für Ihre Arbeit!
Die S4 ist für den Stadtteil Wandsbek die herausragendste Weiterentwicklung der nächsten Jahre und Skeptiker schaffen es leider zu häufig, wichtige Projekte zu torpedieren und in die Länge zu ziehen.
Bitte lassen Sie sich nie entmutigen, sondern nehmen Sie einmal dieses Lob und die Motivation mit.
Wandsbek braucht die S4. Vor Schranken stehende Autos, die bis auf die B65 zurückstauen und vor unserem und vielen anderen Grundstücken 15min. die Motoren laufen lassen sind weitaus schlimmer, als vermehrter Güterverkehr und das ist auch die Meinung unserer Nachbarn, nur positiv schreibt meist niemand, sondern es melden sich immer die Kritiker.
Aber bitte wissen Sie, die Mehrzahl der Bürger steht zu dem Projekt und freut sich auf die ersten fahrenden S4-Züge; je früher, desto besser.
Weiter so!

Mit freundlichen Grüßen,
Helge Alexy

Antwort von Projektteam S4

Hallo Herr Alexy,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Es freut uns sehr, über unseren Blog mit den Lesern in den Dialog zu treten. Bei umfangreicheren Fragestellungen können sich sich selbstverständlich auch an s4@deutschebahn.com wenden. Ihr Lob nehmen wir gerne als Ansporn, unsere Kommunikation mit den Anwohnern weiterhin aktiv zu gestalten.

Kommentar von Simone Brandenburg |

Sehr geehrter Herr Alexy,

genau wie Sie bin ich für die S4. Viele Anwohner an der Bahnstrecke sind es gleichfalls – daher haben sie der Bahn schon vor vielen Jahren Grundstückanteile zum Kauf angeboten, damit die S4 möglichst bald kommt.
Diese Angebote hat die Bahn ausgeschlagen.

Jetzt hat die Bahn ihre Baupläne und Gutachten (Planfeststellungsverfahren) eingereicht, und beantragt darin nicht nur den Bau der S4, sondern auch den Ausbau der parallel verlaufenden Güterbahntrasse:
Siehe Dokument "15_1_Schall_E_Bericht_und_Anhaenge.pdf", das jeder Bürger nicht nur in der Baubehörde im Schloßgarten, sondern auch im Internet auf http://www.hamburg.de/bwvi/np-aktuelle-planfeststellungsverfahren/8926776/s4/ herunterladen kann, dort ist dies auf Seite 9 als 4. Punkt von unten nachzulesen. Oder leicht zu überlesen.

Interessant sind auch die Karten 15_2_1_LP_Schiene.pdf, 15_2_2_LP_Schiene.pdf, 15_2_3_LP_Schiene.pdf, 15_2_4_LP_Schiene.pdf und 15_2_5_LP_Schiene.pdf, die an der Bahnstrecke von den Gutachtern ermittelte, alarmierende Lärmbelastung der Zukunft auf den Flurkarten zeigen.

Bei allen mit roten Punkten markierten Gebäuden werden den gesetzlich geforderten Lärmgrenzen überschritten. In den Gärten und Straßen natürlich auch.
Hier können Bürger Änderungen einfordern, und/oder Kompensation einklagen.
Denn trotz zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen (u.a. neue, 6 m hohe Lärmschutzwände, in Wohngebieten!) werden die gesetzlichen Obergrenzen für Schallemissionen vielerorts NICHT EINGEHALTEN. Tag und Nacht.
Viele Anwohner sind zudem bereits durch Straßenverkehrslärm belastet, der oberhalb der Grenzwerte liegt. Tag und Nacht.
Ohne den Ausbau der Güterbahntrasse würden die Schallemissionen weit geringer sein.

Und das ist der springende Punkt, lieber Herr Alexy, warum ich sage:
S4: ja, Güterbahnausbau: nein.

Der stetig anwachsende, europäische Güterdurchgangsverkehr von Skandinavien bis Sizilien muss nicht durch Ballungsgebiete geführt werden. Nicht zuletzt, weil er 17% Gefahrengüter enthält. Sondern auch, weil (schon für den Anfang) eine Verdreifachung der Anzahl Güterzüge geplant ist. Möglich werden zudem ein schnelleres Tempo der Züge (die Bahnübergänge werden darum rückgebaut) und mehr Waggons. Diese Güterflut fährt menschenfreundlicher um eine Großstadt herum anstatt mittendurch.
Und es gibt ausbaufähige Trassen, die dafür in Frage kommen.

In Schleswig-Holstein haben sich die Direktoren der Badeorte mit Erfolg gegen mehr Güterverkehr auf den angestammten Gleisstrecken gestemmt. Sie konnten mit drohenden wirtschaftlichen Verlusten im Tourismus argumentieren.

Sollen die Anwohner in Hamburg dies dagegen hinnehmen?

Der interessierte Bürger (soweit er nicht in die Sommerferien gefahren ist und das Ende der Widerspruchsfrist am 25.8.2017 verpasst) kommt mit Unterschriftenlisten und Gesprächen nun nicht mehr weiter. Er muss den Rechtsweg beschreiten und individuell Widerspruch einlegen. Dazu kann man sich Unterstützung holen.

Ich gehe davon aus, dass die Bahn einen Alternativplan vorbereitet hat, lieber Herr Alexy, und dass wir beide und viele andere nicht mehr lange auf die S4 warten müssen. Damit die Warteschlangen von Autos mit laufenden Motoren an Ihrem (und meinem) Wohnort bald der Vergangenheit angehören.

Wie gesagt: Die S4 wollen wir auch. Wir nehmen auch Einschränkungen in Kauf. Aber nicht derart massive Eingriffe. Dies haben Bürger der Bahn seit Jahren versucht klar zu machen. Leider kam man uns nicht entgegen.

Ihre
Simone Brandenburg