FAQ

Wie ist die Fahrgastentwicklung auf der Strecke Hamburg–Bad Oldesloe?

Die Zahl der Reisenden auf dieser Strecke hat zwischen den Jahren 2000 und 2010 um 50 Prozent zugenommen und die Tendenz ist weiter steigend.

Wann würde die S4 fahren?

Die Bauphase könnte im ersten Planfeststellungsabschnitt frühestens 2020 beginnen. Dabei wird in den drei Planfeststellungsverfahren von einer Verfahrensdauer von jeweils ca. 30 Monaten ausgegangen. Dann ist voraussichtlich mit einer Bauzeit für alle Planfeststellungsabschnitte von ca. 7 Jahren zu rechnen. Die Bauzeit ist insbesondere auch davon abhängig, welche Einschränkungen des laufenden Eisenbahnverkehrs möglich sind. Eine Teilinbetriebnahme von Hasselbrook bis Rahlstedt ist für 2024 vorgesehen. Die Gesamtinbetriebnahme ist für frühestens 2027 geplant.

Was würde neu gebaut, was ausgebaut?

Die neue S-Bahn-Strecke von Hamburg-Altona bis Bad Oldesloe wäre insgesamt 35,9 Kilometer lang. Nach Entscheidung der Länder Ende 2015 umfasst das Projekt einen zweigleisigen Streckenneubau in der Länge von ca. 17 Kilometern (bis Ahrensburg), und einen eingleisigen Neubau von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz; die Weiterführung dieses Gleises bis Bargteheide entfällt aufgrund der Ergebnisse einer aktuellen „Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung“ (kurz: EBWU). Somit liegt in etwa ein Drittel der Ausbaustrecke (ca. 7 Kilometer) auf schleswig-holsteinischem Gebiet und zwei Drittel (ca. 13 Kilometer) verlaufen auf Hamburger Gebiet: von Hasselbrook bis zur Landesgrenze zwischen Rahlstedt und Ahrensburg. Vier zusätzliche Stationen würden auf Hamburger Gebiet neu gebaut (Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg und Am Pulverhof). In Schleswig-Holstein käme zusätzlich hinzu: Ahrensburg-West.

Wann würden die Bauarbeiten beginnen?

Die Bauausführung (Ausführungsplanung) könnte nach dem rechtskräftigen Vorliegen der Planfeststellungsbeschlüsse beginnen. Weiterhin muss die Finanzierung der Bauausführung sichergestellt sein. Das wäre nach aktuellem Stand voraussichtlich im Jahr 2020 der Fall.

Wo würde zuerst gebaut?

Die Vorentwurfsplanung (VEP) beschreibt in erster Linie den Endzustand der Strecke. Begleitend zur Entwurfsplanung wird unter Berücksichtigung aller relevanten Randbedingungen (u.a. Eisenbahnbetrieb, Baulogistik, und Verkehrskonzept Straße) die Bauablaufplanung erstellt. Aus diesem Grund kann der genaue Ablauf der Bauarbeiten noch nicht beschrieben werden.

Mit welchen Beeinträchtigungen müssen Anwohner während der Bauzeit rechnen?

Grundsätzlich wird angestrebt, die Auswirkungen aus den Bauarbeiten auf die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Die Begrenzung möglicher Beeinträchtigungen ist ein Kernaspekt im Rahmen der Erstellung der Bauablaufplanung (Eisenbahnbetrieb). Die u. a. möglichen Beeinträchtigungen aus Baulärm werden im Rahmen der Planfeststellungsverfahren dezidiert betrachtet und soweit möglich Vorsorgemaßnahmen definiert. Konkretere Aussagen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden.

Wie ist der Stand der Planung?

Im Planfeststellungsabschnitt 1 von Hasselbrook bis Luetkensallee sind die Arbeiten am weitesten fortgeschritten. Die Planfeststellungsunterlagen wurden im August 2016 beim zuständigen Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. Damit ist das offizielle Genehmigungsverfahren gestartet. Nach der Vollständigkeitsprüfung durch das Eisenbahn-Bundesamt werden die Unterlagen von der Anhörungsbehörde, in diesem Falle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovationen (BWVI) in Hamburg, öffentlich ausgelegt. Derzeitiger Stand für die Auslegung ist das zweite Quartal 2017. In diesem Rahmen haben Privatpersonen die Möglichkeit, ihre Einwendungen gegen das Projekt zu formulieren.

Der Zeitpunkt der Auslegung der Unterlagen wird rechtzeitig durch die Anhörungsbehörde öffentlich bekannt gegeben und nach Festlegung des Termins auf unserer Internetseite www.s-bahn-4.de veröffentlicht. Nach Abwägung aller Einwendungen und nach Durchführung des Erörterungsverfahrens ergeht der Planfeststellungsbeschluss.

Für die Planfeststellungsabschnitte 2 und 3 laufen aktuell die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen. Wir gehen derzeit von der Einreichung der Planfeststellungsunterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt zur Vollständigkeitsprüfung ab Herbst 2017 aus.

Gibt es Anlieger-Proteste oder Klagen?

Es gibt auch im S4-Projekt Befürworter und Gegner der Maßnahmen. Die Deutsche Bahn setzt hierbei auf Dialog. In zahlreichen Bürgersprechstunden vor Ort, Bürgerveranstaltungen und auch Infoständen entlang der Strecke, stellt das Projektteam die Planungen transparent und offen dar und steht für Rückfragen und konkrete Diskussionen zur Verfügung.

Was wird das Projekt kosten?

Die derzeitigen Kostenschätzungen liegen bei rund 950 Millionen Euro.

Wer trägt die Kosten?

Der Bau der neuen S-Bahn-Strecke ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, verantwortlich für die Planung sind daher Institutionen beider Länder: In Hamburg die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), in Schleswig-Holstein das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie. Mit der Durchführung des Projekts wurde die DB Netz AG beauftragt. Derzeit finden Finanzierungsgespräche zwischen dem Bund, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein und der DB Netz AG statt.

Gibt es EU-Fördermittel für das Projekt?

Aufgrund der hohen Bedeutung der Strecke Hamburg–Lübeck für die gesamteuropäische Verkehrsplanung fördert die Europäische Union die Planung der neuen S-Bahn-Linie. Die Förderung umfasst bisher 50 Prozent aller bis 2015 erbrachten Planungsleistungen. Weitere Mittel werden im Verlauf des Projekts beantragt.

Wo müssen überall Lärmschutzwände hin?

Gemäß aktuellem Planungsstand sind für das Gesamtprojekt insgesamt ca. 45 Kilometer neue Schallschutzwände vorgesehen.

Welche Auswirkungen wird die neue Trasse auf die Umwelt haben? Z.B. auf seltene Tiere und Pflanzen?

Ein erstes Umweltgutachten war bereits Bestandteil der Vorentwurfsplanung, die Ergebnisse fließen in die weiteren Planungen ein. Im Zuge der Genehmigungsplanung wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfolgen. Die UVP untersucht die umweltrelevanten Auswirkungen eines Vorhabens. Sie beruht auf dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Grundsätzlich wurde für das Gesamtprojekt angestrebt, die Eingriffe in die Schutzgüter Flora/Fauna, Boden, Wasser/Gewässer, Klima/Luft und Stadtbild und Mensch sowohl beim Bau als auch beim Betrieb so gering wie möglich zu halten.

Wie wird mit möglichen Gefahrguttransporten umgegangen?

Die Bahn ist sowohl im Personenverkehr, als auch für den Transport von Gütern eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Im Zuge der geplanten Ausbaumaßnahmen werden die Sicherheitsvorkehrungen nochmals auf den Prüfstand gestellt und optimiert. Mit der Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung und deren Hinterlandanbindung wird sich die Anzahl der Gütertransporte (und somit auch die der Gefahrguttransporte) auf dieser Strecke erhöhen. Dies erfordert Anpassungen im Notfallmanagement-Konzept der Deutschen Bahn. Generell zählt die Bahn zu den sichersten Verkehrsmitteln, denn sie verfügt über so genannte systembedingte Vorteile:

  • Die Bahn ist ein spurgebundenes Verkehrsmittel.
  • Technische Sicherheitseinrichtungen gewährleisten, dass die Bahn im Raumabstand fahren kann. Im Gegensatz dazu lassen sich Pkw nur im Sichtabstand steuern.
  • Mensch und Technik bilden ein System, in dem beispielsweise menschliches Fehlverhalten mit Hilfe der Technik weitestgehend korrigiert werden kann.
Wo sind zwischen Hamburg und Lübeck die Haltebahnhöfe?

 

Müssen die Bahnhöfe wie damals in Gartenholz nach EU-Richtlinien gebaut werden?

Nur die geplanten Bahnsteige der Verkehrsstation Kupfermühle unterliegen der technischen Spezifikation für die Interoperabilität bezüglich „eingeschränkt mobiler Personen“ (TSI PRM), da sie direkt an Gleisen des Transeuropäischen Netzes (TEN) liegen. Alle weiteren Stationen liegen an separaten S-Bahngleisen und werden nach nationalem Regelwerk barrierefrei errichtet. Das nationale Regelwerk berücksichtigt die Maßgaben der TSI PRM, aber für diese Stationen wird keine Zertifizierung nach europäischem Regelwerk benötigt.

Welche Fahrzeuge kommen auf der neuen Verbindung zum Einsatz?

Es wird sich um neue Zweistrom-Fahrzeuge (Baureihe 490) handeln, die sowohl über die Oberleitung als auch über die Stromschiene betrieben werden können, ähnlich den heutigen S-Bahn-Fahrzeugen der Baureihe 474.3.

Wie sind die S-Bahn-Wagen (490er) ausgestattet?

Der 490er wird durchgängig sein, dynamische Fahrgastinfos und Fahrgastfernsehen und natürlich eine Klimaanlage haben. Von Toiletten ist Abstand genommen worden. Die Entscheidung basiert auf Erfahrungswerten, wie beispielsweise bei der S3 (Stade).

Wird dem Tourismus Rechnung getragen (Fahrradwagen)?

Wie in allen S-Bahn-Verkehren in Hamburg/Schleswig-Holstein ist es gemäß geltender Bedingungen möglich, Fahrräder mit zu nehmen.

Welche Vorteile bringt die neue Verbindung?

- Steigerung Pünktlichkeit durch Trennung von Nah- und Fernverkehr

- Eine schnellere, verlässlichere und häufigere Verbindung aus dem Umland nach HH durch eigene S-Bahngleise

- Umsteigefreie Verbindungen in die Hamburger Innenstadt

- Entlastung des Hamburger Hauptbahnhofes

Wie sieht die Entlastung des Hamburger Hauptbahnhofs konkret aus?

Der Hauptbahnhof ist sehr stark frequentiert und höchst ausgelastet. Durch die S4, die zukünftig an den S-Bahn-Gleisen halten wird, entfallen die Regionalbahn-Halte im Hauptbahnhof. Die freigewordenen Kapazitäten können für andere Regionalbahnen oder Regionalexpresse genutzt werden. 

Wie wird sich die Fahrtzeit der künftigen S4 gegenüber Regionalbahn und Regionalexpress von Bad Oldesloe nach Hamburg verändern?

Nach derzeitigem Stand wird die S-Bahn zukünftig bis Ahrensburg im 10-Minuten-Takt, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im 60-Minuten-Takt verkehren.

Werden sich die Fahrpreise erhöhen?

Die Fahrpreise stehen mit keinem Projekt unmittelbar in Verbindung. Die Verbundtarife orientieren sich vielmehr an Indizes/ Preissteigerungen und werden durch Vorschläge der Verkehrsverbünde (hier HVV) in der Bürgerschaft beschlossen.

 

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